| Sachbericht 2001 Planung am Jahresanfang Wir wollten in diesem Jahr die Chancen wahrnehmen, Verhältnisse neu zu ordnen; aufzuzeigen, was mit welchen Finanzen durchführbar und für einen weitere Vertragszeitraum zu erhalten ist. Die Öffentlichkeitsarbeit sollte weiter verbessert werden; die Nutzergruppen sich ver-selbständigten. Es war geplant, Vereinstätigkeit einerseits und Dienstleistungsangebot durch hauptamtliche Mitarbeiter andererseits deutlicher zu trennen. Wir wollten untersuchen, wie es sich gegenwärtig und zukünftig verschiedene Aspekte mit der Vereinslandschaft, der Sozialarbeit als professioneller Dienstleistung und des bürger-schaftlichen Engagements zueinander verhalten und entwickeln werden. Uns ging es vor allem darum, zum Vertragsende hin deutlich machen zu können, was uns möglich ist, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen und welche Vertrags-inhalte unter den Gegebenheiten, die vorhanden sind, nicht umsetzbar sind. Für den Verein als solchen bleibt es wichtig, trotz geringer Subventionen arbeitsfähig zu sein, weitere Mitstreiter zu motivieren, neue Projekte zu entwickeln und seine Flexibilität und Autonomie zu erhalten. Bilanz Die als weiterhin „stattfindende Aktivitäten“ bezeichneten Programmpunkte des Rabenhauses wurden alle durchgeführt. Besondere Zustimmung und entsprechende Nutzung fanden die Angebote im Hotel Seeresidenz in Friedrichshagen. Dort feierten wir auch unser Frühlingsfest, welches das Kulturamt Köpenick finanziell unterstützt hat. Im Frühjahr konnten wir unsere Rampe als rollstuhl- und kinderwagengerechten Zugang einweihen, eine Informationssäule im Vorgarten (der in einem Workshop mit Jugendlichen neu gestaltet wurde) aufstellen. Wie geplant führten wir das Familien-Oster-Camp in Baitz durch. Durch die räumliche Trennung von JAO e. V. war es möglich, eine zweite Hebamme mit Geburtsvorbereitungskursen und Rückbildungsgymnastik aufzunehmen sowie eine Künstlerin mit einer Gruppe von Frauen, die Malerei erlernen. Es fanden verschiedene Computer-Workshops statt. Das Rabenhaus nahm zum 4. Mal an den "netdays Europe" teil. Im Dezember fand zum 11. Mal ein weihnachtlicher Kreativtag statt. Im September feierte der Verein sein 10jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass konnten wir viele gegenwärtige und ehemalige Nutzer begrüßen und es erreichten uns zahlreiche Mut machende Schreiben. Mitarbeiter nahmen verschiedene Fortbildungsangebote wahr, so z. B. durch die Teilnahme am Kolloquium der Aktion Gemeinsinn in Potsdam („Jugend und Ehrenamt“), am Seminar des Bildungswerks für alternative Kommunalpolitik e. V. („Vernetzung sozial-kultureller Arbeit im Stadtteil-Konzept Stadtteilzentren“), eine Mitarbeiterin konnte im Rahmen ihres Projektes („Jugend, Ehrenamt, internationale Kontakte“ gefördert durch die Levi-Strauss-Stiftung) eine Ausbildung zum „Web-Administrator“ absolvieren. Zum 50. Geburtstag des Verbandes nahmen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter an verschiedenen Veranstaltungen teil, u. a. an einem Workshop in Weißensee. Mittlerweile fester Bestandteil unserer Qualitätssicherung sind die Arbeitstreffen mit unserem ehrenamtlichen Berater, Herrn Matthes (gefördert durch die Bosch Stiftung) sowie die „best-practice“-Übungen im Rahmen der Geschäftsführerversammlungen des Verbandes. Es fanden wieder verschiedene internationale Kontakte statt, so hatten wir beispielsweise Besuch aus Legnica (Polen), Murmansk (Russland) und aus Lettland. Via Internet bestehen weitere Kontakte nach Litauen, den Niederlanden und England. Wir hatten 2 Praktikantinnen im Rabenhaus, eine studiert Sozialpädagogik an der KFH und belegte nach diesem Praktikum ihr Vordiplom (mit der Note 2), die andere beteiligte sich an der Öffentlichkeitsarbeit, sie beginnt 2002 ein künstlerisches Studium. Durch einen Mitarbeiter auf SAM-Basis hatten wir bis Mitte des Jahres die Möglichkeit, verschiedene interne Arbeitsmaterialien zu erstellen (Selbstevaluation). Die Stelle wurde nicht weiter gefördert, dafür erhielten wir jedoch finanzielle Unterstützung von der Levi-Strauss-Stiftung, um unsere Projekte mit den Jugendlichen fortführen zu können. Weiterhin wurde auch unser Schülerclub an der 1. Grundschule durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gefördert. Dies alles also wurde aus der Planungsphase in die Praxis umgesetzt und in gewohnter Qualität ausgeführt. Unser ehrenamtlicher Vereinsvorstand besteht nur noch aus 2 Personen. Hauptamtliche Mitarbeiter wurden für die Dauer ihrer bezahlten Tätigkeit von den Rechten und Pflichten eines Vereinsmitgliedes befreit. Da das Haus und alle Angebote gut genutzt sind, kaum noch freie Raumkapazitäten vorhanden sind, haben wir unser Hauptaugenmerk in der Öffentlichkeitsarbeit auf die Gestaltung unserer Homepage www.rabenhaus.de (unter Einbeziehung von jugendlichen Ehrenamtlichen) und die Herstellung unserer Festschrift zum 10jähigen Bestehen gerichtet. Beides mit großem Erfolg. Vor allem über das Internet erreichen uns viele Anfragen und auch Anregungen. Die Festschrift fand besonders großen Anklang bei Vereinsmitgliedern und Nutzern des Rabenhauses; es wurde deutlich, dass bislang ein „Erklärungsmangel“ herrschte (insbesondere über die Motivation ehrenamtlicher Mitarbeiter). Wir haben an unserem selbstgewählten Schwerpunkt-Thema (Verein, Sozialarbeit als Dienstleistung, bürgerschaftliches Engagement) gearbeitet, wollten eine deutliche Trennung der einzelnen Segmente vornehmen, aber uns fehlte einfach die Zeit, uns zu vertiefen. Es ist tatsächlich auch so, dass man bei den vorhandenen Rahmenbedingungen mit derartig weitreichenden Ideen auf Unverständnis stößt. So haben wir zum Jahresende einen kleinen Kurswechsel beschlossen und wollen uns zunächst mit einem klar abgesteckten Gebiet beschäftigen einen Leitfaden für ehrenamtliche Vorstände erarbeiten. Viele der Nutzergruppen haben sich verselbständigt. Dies war so geplant und auch gar nicht anders möglich. Als Mitarbeiter empfinden wir jedoch einen Nachteil darin, dass man kaum noch persönliche Kontakte zu den einzelnen Nutzern hat und somit wichtige Gespräche unterbleiben. Das ist ein bedeutender Punkt, der auch im Folgejahr Beachtung finden soll. Der Versuch aufzuzeigen, was mit welchem Geld möglich ist, bedarf ebenfalls weiterer Ausarbeitung. Tatsache ist, dass wir die Leistung, deren Umfang und Qualität nur durch die verschiedenen finanziellen Förderungen und durch den hohen Anteil an ehrenamtlicher Arbeit erbringen konnten. Die Förderung für das Projekt Nachbarschaftshaus konnte eine gute Grundlage sein. Allerdings war es für den Betrieb nicht von Vorteil, dass eine Mitarbeiterin unbezahlten Urlaub genommen hat. Zusätzlich zum regulären Urlaub gab es damit einen „Bruch“ in der kontinuierlichen Arbeit und natürlich fehlen diese Arbeits-stunden. Nichtsdestotrotz waren die Öffnungszeiten gewährleistet und wurden alle Projekte wie geplant durchgeführt. Wir wissen einfach, dass wir damit an die Grenzen gekommen sind, sie z. T. überschritten haben. In 2002 wird es ähnliche „Lösungen“ geben, um die Finanzen „passend“ zu machen. Und es ist ganz klar, dass wir unseren bisherigen Anspruch auf dieser Grundlage in der Zukunft nicht aufrechterhalten können. Ein sehr menschlicher Faktor wird leider zusätzlich deutlich: Mitarbeiter, die mehr Stunden und Leistungen erbringen müssen, als sie bezahlt bekommen, sind irgendwann „ausgebrannt“. Wenn sie selbst privat in wirtschaftliche Nöte geraten, sind sie für manche Gespräche und Beratungen nur noch bedingt einsetzbar und überhaupt schwer zu motivieren. |
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