50 Jahre Verband für sozialkulutrelle Arbeit
Programmteil C - Lokaltermine
Fr. 23.11. - nachmittags jeweils von 15.00 - 17.30

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Migranten im Stadtteil "Wir waren die ersten ..."

60er Jahre: Das Gebiet um den "Kotti", das Kottbusser Tor, ist bundesweit verbunden mit dem "Mythos Kreuzberg". Für die einen "Klein-Istanbul", für die anderen multikultureller Schmelztiegel. Hier lässt sich in verdichteter Form erkennen, welche Probleme und welche Chancen im interkulturellen Zusammenleben liegen und wohin gelungene oder misslungene Integrationsansätze führen können. Mitten drin in diesem Quartier, das heute als eines der derzeit 15 Berliner Quartiersmanagementgebiete ausgewiesen ist, hat der Kotti-Nachbarschaftsverein seinen Sitz, der im Zuge der "behutsamen Stadterneuerungspolitik" der 80er Jahre entstanden ist und seinen Schwerpunkt in der Arbeit mit Migranten hat. Für die Fachtagung bietet das Kotti eine thematische Führung durch den Stadtteil an, bei der es um Migration, Sanierung und Soziale Stadt gehen wird. Den Abschluss bildet eine Kaffeezeremonie im "Familiengarten" des Kotti, der Bestandtteil des Nachbarschaftshauses für interkulturelle Begegnung Ora 34 ist.

verantwortlich: Monika Wagner, Tel. 6157991
Ort: Kotti, Dresdner Str. 10, 10999 Berlin-Kreuzberg


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Aufbrüche und Krisen der Gemeinwesenarbeit

1971: Die 68er Bewegung hat sich in diverse Richtungen aufgelöst, etwas davon ist auch in der Sozialarbeit angekommen. Die jungen Sozialarbeiter/innen schreiben die Gemeinwesenarbeit auf ihre Fahnen, rufen ihre Zielgruppen zur Rebellion gegen ungerechte gesellschaftliche Zustände auf und wollen nicht mehr Handlanger des Systems sein. In Berlin gibt es zwei vielbeachtete Praxisprojekte, im Märkischen Viertel und im Neubaugebiet Heerstr. Nord. Einige Jahre später erklären die Protagonisten die Gemeinwesenarbeit für (vorerst) gescheitert, aber das Projekt in Heerstr.-Nord bleibt am Leben. Wie ist es dazu gekommen? Wie ist es damals weitergegangen? Welche Kursveränderungen wurden im Laufe der letzten dreißig Jahre vorgenommen? Und: Wo steht der Gemeinwesenverein Heerstr.-Nord heute? Antworten gibt es beim Projektbesuch des Gemeinwesenvereins in der Obstallee in Spandau.

verantwortlich: Brigitte Stenner, Tel. 3634112
Ort: Gemeinwesenverein Heerstr. Nord, Obstallee 22d, 13593 Berlin-Spandau


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Legal, illegal, scheißegal? Neues Leben in alten Fabriken

1981: Die Wohnungspolitik in West-Berlin ist in der Krise. Gegen den spekulativen Wohnungsleerstand wehren sich Hausbesetzer. Mehr als 80 Häuser sind "instandbesetzt". Die Besetzer wollen nicht nur für sich selbst preisgünstigen Wohnraum sichern, sondern auch Räume für verschiedene Gemeinschaftsnutzungen zur Verfügung stellen. Vieles ist anders gekommen, als es sich die damaligen Besetzer vorgestellt hatten, aber vieles ist auch bewirkt worden und manches ist bis heute geblieben. Es gibt sozial-kulturelle Zentren und Nachbarschaftseinrichtungen, die aus dieser Tradition kommen:

- z.B. die 1981 leerstehende Zündholzmaschinenfabrik A. Roller in der Weddinger Osloer Str. Zur Vermeidung einer Besetzung wurde gleich ein legaler Nutzungsvertrag vereinbart, der bis heute gültig ist und unter anderem die Räume für die Nachbarschaftsetage umfasst. Die Fabrik Osloer Str. bis heute ein Zentrum für soziale und kulturelle Arbeit. Viele der damals aufgebauten Projekte sind noch heute in der Fabrik ansässig

- z.B. das seinerzeit größte Berliner Besetzerprojekt, die ehem. Hutfabrik Gattel, ebenfalls im Wedding. Seit damals ist es die Heimat des "Nachbarschaftshaus Prinzenallee 58" (PA 58).

Beide Projekte stellen sich und ihre Geschichte zusammen in einem Workshop in der Nachbarschaftsetage der Fabrik Osloer Str. 12 vor (Dokumentation, Zeitzeugenberichte). Im Anschluss gibt es einen kurzen Besuch in der PA 58, wo die Teilnehmer eine Ausstellung anschauen und einen Eindruck vom Gebäude bekommen können.

verantwortlich: Ruth Ditschkowski, 4939042
Ort: Fabrik Osloer Str., Nachbarschaftsetage, Osloer Str. 12, 13359 Berlin-Wedding


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"Warte nicht auf bess´re Zeiten" vom Selbsthilfeprojekt zur Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit

80er Jahre: Selbst anpacken / Vertrauen in die eigene Kraft / erst Handeln, dann (z.B. um Finanzierung) Verhandeln – die Selbsthilfebewegung weht frischen Wind in die soziale Landschaft der Bundesrepublik. Über den "Fink-Topf" werden die unterschiedlichsten Selbsthilfeprojekte gefördert, einige bleiben nicht dabei stehen, sich selbstbewusst und selbstbestimmt um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern, sie entwickeln sich zu Infrastruktureinrichtungen und Entwicklungsagenturen, die auch andere mit einbeziehen und ihnen einen Rahmen dafür geben, ihre Probleme, Interessen und Wünsche eigeninitiativ zu verwirklichen. Der Gemeinwesenverein Haselhorst hat sich von der kleinen Selbsthilfeeinrichtung zu einem wesentlichen Faktor der "sozialen Stadtteilentwicklung" gemausert und ist dabei gleichwohl den Impulsen seiner Anfangszeit treu geblieben: noch immer liegt die Leitung der Projekte in der Hand von freiwillig tätigen Stadtteilbewohnern, die Vorsitzende von heute gehört zum Kreis derjenigen, die vor 17 Jahren den Gemeinwesenverein ins Leben gerufen haben. Der Gemeinwesenverein Haselhorst wird zwei kleine Filme zeigen, die einen Rückblick in die frühen Jahre ermöglichen, er wird den gegenwärtigen Stand seiner Arbeit vorstellen und für alle Fragen zur Verfügung stehen, die sich auf die Spanne zwischen einst und jetzt beziehen.

verantwortlich: Rosemarie Farenski, Tel 3345151
Ort: Gemeinwesenverein Haselhorst, Burscheider Weg 21, 13599 Berlin-Spandau


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Soziale Dienste: Professionalität und Bürgernähe schließen sich nicht aus

80er Jahre: Das generelle Umdenken in der Gesundheitspolitik (ambulant vor stationär, Selbsthilfe vor Klientisierung) fällt bei vielen Nachbarschaftsheimen auf fruchtbaren Boden. Einige werden Träger der neugegründeten Sozialstationen und Selbsthilfekontaktstellen. Nachbarschaftshäuser engagieren sich in der ambulanten häuslichen und Familienpflege, sie sind dabei, als es gilt, ein Netz ehrenamtlicher Betreuung nach dem Betreuungsgesetz zu schaffen, sie kümmern sich um hilfsbedürftige ältere Menschen in Tagespflegeeinrichtungen und unterstützen Menschen in der letzten Lebensphase mit Hospizdiensten. Pionier dieser Entwicklung bei den Berliner Mitgliedseinrichtungen des Verbandes war und ist das Nachbarschaftsheim Schöneberg.

Die Sozialstation in der Cranachstr. blickt auf eine inzwischen fast zwanzigjährige Erfahrung zurück. Das Nachbarschaftsheim Schöneberg bietet Besuchern der Fachtagung die Möglichkeit, diesen besonderen Aspekt einer ganzheitlich orientierten Nachbarschaftsarbeit näher kennen zu lernen, aber auch einen Blick hinter die Kulissen zu tun und etwas über Umdenknotwendigkeiten, Stolperfallen und Erfolge dieser Arbeit zu erfahren, die eine besondere Art von Professionalität erfordert.

Verantwortlich: Elisabeth Heldt, Tel. 8554032
Ort: Sozialstation des NBH Schöneberg, Cranachstr. 7, 12157 Berlin


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Vom freiwilligen Engagement getragen: Neugründungen im Osten

1991: Aufbruch im Ostteil der Stadt. Die Wende führt nicht nur zur staatlichen Vereinigung sondern auch zu einem Aufbruch im Sozialen, Menschen engagieren sich freiwillig und erfolgreich, um alte Formen der Geselligkeit weiterzuentwickeln und neue leben zu können sowie eine selbstbestimmte soziale Infrastruktur zu schaffen. Zwei Projekte, die in dieser Gründerzeit entstanden sind, das Frei-Zeit-Haus in Weißensee und das Rabenhaus aus Köpenick gestalten gemeinsam einen Workshop (mit integriertem "Gewinnspiel") unter dem Motto: "Ehrenamt – selbstverständlich oder schwer zu motivieren?" Daneben gibt es die Möglichkeit, das Frei-Zeit-Haus und seine wechselvolle Geschichte kennenzulernen sowie Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Arbeit auszutauschen.

verantwortlich: Christoph Lewek, Tel. 92799465 / Hella Pergande, Tel. 65880165,
Ort: Frei-Zeit-Haus in Weißensee, Pistoriusstr. 23, 13086 Berlin-Weißensee


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Stadtteilarbeit "in der Platte"

90er Jahre: Nachbarschaftshaus Kastanienallee. Viele nachbarschaftlich orientierte Projekte im Ostteil der Stadt sind in den neunziger Jahren aus Maßnahmen der Arbeitsförderung entstanden. Ihr Anspruch ist bis heute, nicht nur Angebote für Nutzer aus dem Stadtteil zu schaffen, sondern auch bezahlte Jobs, um einen Beitrag zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit zu leisten. Beide Zielsetzungen sind nicht immer leicht miteinander zu verknüpfen, aber einige Projekte können als gelungene Beispiele gelten. Dazu gehört auch das Nachbarschaftshaus Kastanienallee mitten im Hellersdorfer Plattenbaugebiet. Eine ehemalige Kindertagesstätte beherbergt heute dieses Nachbarschaftshaus, in dem eine Reihe von Trägern unterschiedliche Angebote für die Bevölkerung im Wohnumfeld macht. Schwerpunkte der Arbeit des Nachbarschaftshauses: Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien (offene Kinderarbeit, "Spieliothek" Kreativwerkstatt, generationsübergreifende sportliche und andere Aktivitäten, interkulturelle Kontakte).

verantwortlich: Dr. Eckard Kienast, Tel. 9989772,
Ort: Nachbarschaftshaus Kastanienallee 53-55, 12627 Berlin-Hellersdorf


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Wandel und Handel

90er Jahre: Langzeitarbeitslosigkeit wird zum Massenphänomen. Manche sozialen Gruppen und manche Wohnquartiere sind in besonderer Weise betroffen. Nachbarschaftsheime sind gefordert, kreative Strategien zum Umgang mit den entstehenden Problemen mit zu entwickeln. Wie kann eine lokale Ökonomie gefördert werden, die aus den Selbstregulierungsprozessen unseres Wirtschaftssystems heraus nicht entsteht, sondern eher verdrängt wird? Welche Alternativen sind zum geldgesteuerten Austausch von Waren und Dienstleistungen denkbar?

Wo findet man seine lokalen Bezüge bei zunehmender Globalisierung? Welche Tätigkeitsfelder bieten sich für freiwilliges Engagement an, welche werden nachgefragt? Das Nachbarschaftshaus Urbanstr. hat sich diesen Fragen seit Jahren zugewandt und tätige Antworten gefunden: vom Schülerclub, welcher Verbindung von Schule zu Wirtschaft, Industrie und Handel herstellt, vom Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt "Potporree" über die Realisierung des ersten Berliner Tauschringes bis zur Freiwilligenagentur, die es in Partnerschaft mit anderen Trägern im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg betreibt. Im Rahmen der Fachtagung will das Nachbarschaftshaus Urbanstr. seine Erfahrungen vermitteln, seine Lösungsansätze zur Diskussion stellen, Probleme und Erfolge in der Arbeit vermitteln.

verantwortlich: Jens Clausen, Tel. 690492721,
Ort: Nachbarschaftshaus Urbanstr., Urbanstr. 21, 10961 Berlin-Kreuzberg


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Eingebunkert? oder: Jugend als Störfaktor im Gemeinwesen?

2001: Offen für alle, generationsübergreifender Arbeitsansatz, Grundparadigmen sozial-kultureller Nachbarschaftsarbeit. Aber was heißt das konkret? Wie verträgt sich das mit den Selbstorganisationswünschen und dem Expansionsdrang Jugendlicher? In Lankwitz ist kürzlich als joint venture des Jugendprojekts Outreach/Hinausreichende Jugendarbeit und des örtlichen Nachbarschaftsvereins ein real existierender Bunker zu einem weitgehend selbstverwalteten Jugendtreffpunkt umgebaut worden. Ist das eine mögliche Lösung oder die Kapitulation vor einem unlösbaren Problem? Ein Workshop zur sozialräumlichen Jugendarbeit als Aufgabe von Nachbarschaftszentren im Lankwitzer BUNKER.

verantwortlich: Thomas Mampel, Tel 84411041 / Willy Eßmann, Tel. 2539976
Ort: Bunker in der Malteser Str. 73-100, 12249 Berlin Lankwitz

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